Wenn die Feuerwehr löscht, sorgt das DRK dafür, dass sie es auch durchhält - Kreisverband Brilon e.V. & Tochtergesellschaften
· Einsatzbericht

Wenn die Feuerwehr löscht, sorgt das DRK dafür, dass sie es auch durchhält

Die mobile Küche der SEG Verpflegung des DRK Brilon ist unter einem großen Zelt aufgebaut.Im Hintergrund sind noch Bierbänke mit Tischen zu sehen.@DRK Brilon
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Es ist dunkel. Vor der mobilen Küche des DRK Brilon stehen Einsatzkräfte, die sich etwas zu essen und zu trinken holen.@DRK Brilon
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Es ist dunkel, im vorderen Bereich des Bildes steht ein KTW des DRK Brilon und leuchtet Tische und Bänke an, die für die Verpflegung der Einsatzkräfte bereit stehen.@DRK Brilon
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Beim Waldbrand Mitte August in Marsberg-Helminghausen leistet das Ehrenamt im DRK Brilon nicht nur den bisher größten Einsatz, sondern auch unverzichtbare Hintergrundarbeit für die Kräfte der Feuerwehren.

Der Einsatz des DRK Brilon beim Waldbrand in Marsberg-Helminghausen

Donnerstagnachmittag, kurz nach 15 Uhr: Über Marsberg-Helminghausen steht eine Rauchsäule, Feuerwehren aus dem ganzen Hochsauerlandkreis sind im Einsatz. Wenige Minuten später piept auch bei den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des DRK Brilon der Melder: Die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Verpflegung wird alarmiert. Es folgen drei Einsatztage, an denen rund 40 ehrenamtliche Kräfte des DRK Brilon dafür sorgen, dass die Feuerwehr essen, trinken und sich versorgen lassen kann, während sie gegen die Flammen kämpft.

Wer an einen Waldbrandeinsatz denkt, hat meistens Löschfahrzeuge und Rauch vor Augen. Was im Hintergrund läuft, bekommt selten eine eigene Überschrift – dabei ist genau diese Arbeit die Voraussetzung dafür, dass ein Einsatz dieser Größenordnung über mehrere Tage durchzuhalten ist.


Verpflegung: Grundlage für jeden Löscheinsatz

Mit Fahrzeugen aus Olsberg und Brilon errichtet die SEG Verpflegung am Donnerstagnachmittag eine mobile Küche und eine Verpflegungsausgabe. Ihre Aufgabe: die Einsatzkräfte der Feuerwehren verpflegen. Im Verlauf des gesamten Einsatzes werden sich ca. 2000 Feuerwehrkräfte mit warmem und kaltem Essen sowie Getränken bei der SEG Verpflegung des DRK Brilon versorgen. 
Suppe, Brötchen, kalte Getränke – die Helferinnen und Helfer kochen, packen und bringen die Verpflegung direkt in die Einsatzgebiete. Dorthin, wo die Feuerwehrleute im Gelände arbeiten.

Bei sommerlicher Hitze, körperlicher Schwerstarbeit und stundenlangem Einsatz im Rauch verbraucht der Körper enorme Mengen an Energie und Flüssigkeit. Wer nicht regelmäßig versorgt wird, kann nicht mehr sicher arbeiten. Die Verpflegung ist deshalb kein Rahmenprogramm, sondern eine Voraussetzung für den Löscheinsatz selbst.
 

Sanitätsdienst: Eigenschutz für die, die andere schützen

Nur wenige Minuten später wird auch die SEG KTP (Kranken- und Verletztentransport) alarmiert – zum Eigenschutz der Einsatzkräfte. Mit Krankentransportwagen aus Brilon und Marsberg übernehmen die Helferinnen und Helfer die sanitätsdienstliche Betreuung der Feuerwehrleute vor Ort. Mehrere von ihnen klagen wegen der Hitze über gesundheitliche Beschwerden. Gemeinsam mit Kräften des Malteserhilfsdienst aus Arnsberg und Olsberg und des DRK Arnsberg, die jeweils einen Rettungswagen mitbringen, kümmern sich die Helferinnen und Helfer um Behandlung und Betreuung. So kann sich die Feuerwehr auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren, weil im Notfall sofort jemand vor Ort ist.

Um 3 Uhr in der Nacht auf Freitag übergibt das DRK Brilon an Kolleginnen und Kollegen an das DRK Meschede. Der Einsatz läuft weiter, nur mit anderen Kräften.
 

Ein zweiter Tag, dieselbe Arbeit

Am späten Vormittag des 14. August werden SEG KTP und SEG Verpflegung erneut alarmiert. Die mobile Küche steht wieder, die sanitätsdienstliche Betreuung läuft weiter. Am Abend übergibt die Verpflegung an das Technische Hilfswerk NRW und baut ab; in der Nacht auf den 15. August stellt das DRK Brilon noch einen Krankentransportwagen zum Eigenschutz. Am Samstag selbst bleibt es für die Ehrenamtlichen des DRK Brilon ruhig, die Einheiten werden nicht benötigt.


Koordination und eine ungewöhnliche Aufgabe

Am Sonntagmorgen um 8.25 Uhr ruft die Leitstelle des Hochsauerlandkreises den B-Dienst des DRK Brilon zur Lagebesprechung. Mit dem Einsatzleitwagen koordiniert er den Einsatz der Hilfsorganisationen und dokumentiert den Verlauf – eine Aufgabe, die selten sichtbar ist, aber dafür sorgt, dass jede Kraft dort eingesetzt wird, wo sie gebraucht wird.

Zusätzlich übernimmt das DRK Brilon an diesem Tag eine ungewöhnliche Aufgabe: Die Schützenhalle in Helminghausen, eigentlich als Lagerraum für ein Zeltlager vorgesehen, muss wiederhergerichtet und geleert werden – das Zeltlager selbst war wegen des Waldbrandes nach Obermarsberg evakuiert worden. Auch das gehört zu einem Großeinsatz: nicht nur die akute Gefahrenlage bewältigen, sondern auch dafür sorgen, dass drumherum wieder geordnete Verhältnisse entstehen.

Am Sonntag um 15.30 Uhr endet der Einsatz des DRK Brilon in Marsberg-Helminghausen. Am Vormittag ist zudem die DRK Bergwacht Winterberg mit ihrem Geländefahrzeug (ATV) im Einsatz und bringt Material in schwer zugängliche Bereiche, die mit normalen Fahrzeugen nicht zu erreichen sind.


Drei Tage, viele Hände

Insgesamt ist das DRK Brilon an drei Einsatztagen mit rund 40 ehrenamtlichen Kräften vor Ort, viele direkt von der Arbeit oder aus dem Feierabend heraus. Ohne Verpflegung, Sanitätsdienst und Koordination im Hintergrund lässt sich ein Einsatz dieser Größenordnung nicht über mehrere Tage aufrechterhalten – das DRK ist dabei kein Zusatzangebot zur Feuerwehr, sondern ein notwendiger Teil des Gesamteinsatzes.


Dank

Das Ehrenamt des DRK Brilon bedankt sich bei allen Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Einsätze freigestellt haben, bei den Bäckereien und Supermärkten in Marsberg für Lebensmittel und Getränke sowie bei der Brauerei Westheim, die unkompliziert einen Kühlwagen für gekühlte Getränke bereitgestellt hat.

Der Einsatz beim Waldbrand in Marsberg-Helminghausen ist der bislang größte, den das Ehrenamt des DRK Brilon geleistet hat. Er zeigt, wie wichtig und unverzichtbar die enge Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren und Hilfsorganisationen ist.